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Posts

Es werden Posts vom Mai, 2012 angezeigt.

Das Salz der Erde

Ist man verrückt, wenn man hochgerechnet für ein Kilo Salz 97 € ausgibt oder wenigsten 32 €? Wenn doch ein normales Pfund Salz schon für 45 Cent zu haben ist?
Ausnahmsweise war ich einmal so verrückt. Natürlich nur für das Blog.
Unser EDEKA führt seit neuestem von der Firma Hartkorn in Koblenz vertriebene besondere Gourmet-Gewürze für den "von Fernsehkochsendungen kochbegeisterten Endverbraucher", das Döschen für 3,69 €.

Toll finde ich die exotischen Pfeffersorten und die verschiedenen aus dem Meer gewonnenen Salze. Optisch gefallen hat mir das Salz aus Hawaii, mit 2% Holzkohle ist es pechschwarz, sieht aus wie ein Lava-Granulat und hinterlässt auf weißen Porzellantellern schwarze Spuren. Wie Holzkohle eben. Zum Kochen ist es natürlich viel zu schade, adelt aber jede profane Schmalzstulle und Brötchen mit Butter und Salz und sieht zusammen mit Petersilie ganz edel aus auf Schinkenomelette. Hübsch sind die kleinen Döschen mit dem gläsernen Deckel, die allerdings nicht unser Gewü…

Pisa und der schwere Weg zum Genuss-Lesen

Jungen lesen nicht gern, bis auf wenige Ausnahmen. Jungen "machen" lieber selbst anstatt sich mit Papier und Druckerschwärze auseinander zu setzen. 
Deshalb schneiden Jungen auch in vielen Belangen in der Schule schlechter ab. Seit dem großen Pisa-Schock tut man auch etwas für diese Jungen, nie gab es soviel Literatur in den Regalen für Jungen wie heute - die Tagebücher von Greg oder Romane über Fußball. 
Ab einer gewissen Altersstufe jedoch benehmen sich die Verlage wie die Pharmaindustrie - Man investiert nicht für eine Minderheit. Spannende Jugendbücher für Jungen ab 14? Warum? Wozu? Die hängen doch nur am PC ab. Es gibt eine Riesenlücke zwischen Jungenliteratur ab 12 und Erwachsenenliteratur.

Literatur im Oberstufen-Deutschunterricht ähnelt eher den romantischen Schmonzetten à la Twilight: In Schillers Kabale und Liebe und in Fontanes Effi Briest geht es darum, dass Zwei nicht zusammen kommen können und hinterher ist einer tot. 
Selbst Amazon hilft hier nicht weiter. Seitenw…

Schöner alter Pfingstbrauch

Pingstkarr, Hoferkarr, Baukweitenstroh, Tauen Johr is uck wedder so. Dibber, dibber, dib.  Dibber, dibber, dib.  Oh, watt förn bunte Mütz  heff ick.  Arfenbusch un Bohnenstoken,  morgen wüd wi Eier koken,  dann wüd wi uns lustig moken.  Viva Hurra! Am Pfingstsonntag ziehen die Kinder durch unser Dorf, klingeln an den Haustüren und singen ihr Liedchen. Dafür gibt es Süßigkeiten und ein paar Euro in die Kasse, die am Ende des Tages brüderlich und schwesterlich aufgeteilt wird. Schon Tage vor Pfingsten findet sich meist eine Gruppe von Kindern zusammen, die den Wagen mit Frühlingsblumen aus dem Garten schmücken. 


Meist ist es ein Bollerwagen zum Selberziehen, aber wir hatten auch schon Jahre, in denen größere Jungen mit ihrem Rasenmähertrecker einen geschmückten Hänger zogen. Traditionell darf auf dem Wagen immer das jüngste Kind sitzen und muss dann auf die Kasse aufpassen. Manchmal entschließen sich weitere Kinder mitzuziehen, manchmal bleiben Kinder zurück, aber nur wer bis zuletzt durchhält, bekomm…

Osterhasi?

Hat sich nicht im Feiertag vertan und besucht unseren Garten mit den lecker Blümchen fast jeden Morgen - ein echter Feldhase. 




Seit gestern ist auch die Fledermaus wieder in der Abenddämmerung auf Jagd nach Insekten. Um die zu fotografieren reicht allerdings meine Kameraausrüstung nicht aus. 
Solange der Hase übrigens auf der östlichen Seite unserer Landesstraße L213 bleibt, ist er geschützt. Auf der anderen Straßenseite ist Jagdgebiet.

Jubiläum

Dies ist der 200. Post, seitdem ich blogge. 

Und ein Dankeschön an alle, die hier mitlesen. Und an meinen Mann, der immer die Rechtschreibfehler findet und mich auf merkwürdige Formulierungen aufmerksam macht.

Es war ein schwieriger Anfang, weil ich noch gar nicht wusste, wieviel Arbeit ein halbwegs interessantes Blog verursachen kann.

Am Anfang sollte es nur ein Ventil für meine berufliche Depri und geistiger Ausgleich sein. Aber spätestens nach meiner Krankheit im November habe ich erkannt, dass Jammern um verlorene Dinge oder Chancen nichts nutzt. 

Meine Leserschaft entwickelt sich sehr langsam nach oben, das Teilen in Google+ hat mir einen kräftigen Schub gegeben. Und ich werde im Dorf darauf angesprochen, ob ich schreibmäßig unterwegs bin, wenn ich die Fotoausrüstung dabei habe.


Der meistgelesene Post war bislang die Konsumkritik am Fleisch von Edeka. Meine Lieblingsposts sind allerdings die von den Bau- und Abrissarbeiten an der Autobahn, in die wir die meiste Zeit investiert haben, …

Verspätet

Mal wieder der "Wert der Dinge"...


Das Frühjahr mit seinen Eisheiligen ist vorbei. Mit den ersten warmen Tagen schielt schon der Sommer um die Ecke. 

Im März aber, bevor im Frühling die Brut- und Setzzeit beginnt und Hunde wieder an die Leine gehören, treffen sich in unserem Ort und in unserem Landkreis Schüler aus den Grundschulen mit Vertretern der Jägerschaft um im Wald "Klar Schiff" zu machen und den Müll weg zu schaffen, den verantwortungslose Erwachsene hinterlassen haben. So auch vor vielen Jahren unsere Kinder.


Samstag Abend - Feierabend.

Ich komme mit dem Auto auf den Hof gefahren, die Männer (ein ganzer und zwei halbe) sind hinten im Garten. Ich steige aus, will nach hinten gehen um sie zu begrüßen. Ziehe noch die Büro-Pumps aus, bleibe neben dem Gartentisch stehen. "He, Jungs - was ist das denn?" Etwas Weißes liegt auf dem Tisch, leere Augenhöhlen, ein Reißzahn - ein Totenschädel. 

Mein Großer kommt freudestrahlend auf mich zu: "Den habe ic…

Huuunger!

Viel zu tun haben die Spatzeneltern, die eines der Vogelhäuser in unserem Garten belegt haben. 
Die Kamera war fest auf dem Stativ installiert, die Fotos wurden mit dem Fernauslöser und 200er Teleobjektiv "geschossen". Ich brauche dringendst ein besseres Tele-Zoom...

Bilanz eines Vatertages

Fast ohne Bilder, aber nicht ohne Worte... 

Ich hasse diesen einen Tag im Jahr! Diesen beknackten Vatertag! Diesen Schnapsleichen-Kotz-Gegröle-Tag. Dieses "Wir können auch Alkohol ohne Spaß haben!" 
Ich habe nichts gegen Alkohol, ich trinke gern mal einen Wein oder ein gutes Bier. Mit Betonung auf "ein". Denn nach einem Glas aus Genuss kommt schon der Suff. Zumindest denke ich so. Leider aber kaum jemand sonst in meiner Umgebung. 
Gestern hatten wir sechs Stunden Gegröle vor der Tür, einen Typen, der vor meinen Augen ins Beet gepinkelt hat (Super! Ging nichts in die Hose!), einen Besoffenen, der vor meinen Augen in die Rabatten gekotzt hat (Ganz große Klasse! Kotze ging am T-Shirt vorbei), zwei komatöse Säufer auf dem Rasen schlafend, mindestens wieder fünf Leute mit Filmriss, eine Fast-Schlägerei mit Polizei-Einsatz. 
Das alles akribisch vorbereitet mit Organisieren eines Bauwagens zum Zusammensitzen, dem Drucken von T-Shirts um sich als eine zusammengehörige Säufergr…

Wenn der Hahn kräht...

...in Lindhorst, dann ist Himmelfahrt - Vatertag - Hähnekrähen des "Nutzgeflügel-Zuchtverein Klecken und Umgebung von 1921". Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich das zweite dörfliche Groß-Event nach dem Osterfeuer. Junge und alte Züchter kommen hier zu einem Wettkampf zusammen, bei dem es nicht um die Schönheit des Federviehs geht, sondern um die Lautstärke.
Der Gewinner des Tages hat heute in einer Stunde 157 mal gekräht, ganz ohne Mist, aber vor großem Publikum.





Das Publikum bestand wie in jedem Jahr aus nüchternen Vätern mit ihren Familien und teilweise strunzbesoffenen Jugendlichen und jungen Männern; einige kotzen sich gerade in Nachbars Garten aus. 
Und auch ohne die Hähne wird auf dem Hof Drewes mitten im Dorf viel geboten: 
Live-Musik mit der Hittfelder Dörpsmusik, die mit "Lobet den Herrn" Himmelfahrtsmäßig beginnt, aber danach gleich mit Marschmusik und Schlagern vor allem die Kinder begeistert, die hin- und hergerissen zwischen Eiswagen und Süßigkeitens…

Viel zu kalt...

Am 15. und am Letzten eines Monats ist bei uns Strom-Ablesetag. In den ersten 15 Tagen dieses "Wonnemonats" haben wir bereits die gleiche Energie verbraucht wie im gesamten Monat Mai des letzten Jahres, einfach weil es saukalt ist. Wir haben die Heizungsanlage noch nicht auf Warmwasser umgestellt.



Nunmehr im 6. Jahr läuft bei uns eine Wärmepumpenanlage, die nach einem umgekehrten Kühlschrankprinzip läuft. Vor 6 Jahren standen wir vor der Entscheidung, unsere Ölheizung zu ersetzen. Wir wollten nicht darauf warten, dass wir plötzlich ganz ohne Heizung da stehen würden wegen eines irreparablen Defekts wie einem durchgerosteten Wasserspeicher. Nach langem Hin und Her entschieden wir uns für eine Luft-Luft-Wärmepumpe, damals noch mit einem verbilligten Kredit durch die KfW-Bank. So eine Wärmepumpe kostet leicht mal doppelt soviel wie eine Öl-Zentral-Heizung und etliches mehr als ein Gasbrenner. Aber wer etwas für die Umwelt tun will, muss zunächst investieren. Auch bekommen wir no…

Umweltschweine...

... auf dem Büroparkplatz

Die Trommeln Afrikas...

...ertönten heute in der Realschule Hittfeld. Die Realschule Hittfeld veranstaltete wieder einmal einen Abend für Mali.

Schon seit einigen Jahren besteht der Verein, gegründet von den Lehrern der Realschule, unter reger Mitwirkung vieler Schüler. Vier Schulen in Mali konnten bislang gegründet werden. Diese funktionieren trotz der politischen Unruhen im Land.



Und so hatten heute vor allem die 10.-Klässler ihren letzten Auftritt vor den Prüfungen und ihrem Abschied von der Schule. Zwei von ihnen führten durch den Abend und seit dem Nachmittag hatten sie in der Küche das große Büffet vorbereitet, Tische gedeckt und Stühle gerückt. Besonders stolz waren alle Beteiligten über den Besuch der Honorarkonsulin aus Hamburg. Sie hielt eine kleine Ansprache und betonte noch einmal die Wichtigkeit dieses kleinen Vereins für die Schullandschaft Malis.
Und zum Ende ertönten noch einmal die Djembees, die Trommeltruppe von Andrea Sotona, die früher einmal Schulsekretärin der Realschule Hittfeld war.
Noch bis zum 24. Juni ist Spargelzeit.

Unser Lieblingsspargel kommt in diesem Jahr von Schloh, weil ich gern die Spitzen kaufen. Die sind zwar nicht so dekorativ wie die langen Stangen, lassen sich aber schneller schälen und sind das Beste am ganzen Spargel. Schloh hat diverse Verkaufsstände zwischen Bremen und Seevetal.

Über den Wolken.......

Vor 25 Jahren flog Mathias Rust nach Moskau und landete auf dem Roten Platz. Deshalb schreibt der Stern mal wieder über ihn. Am Fall Mathias Rust kann man sehen, das die Warhol´schen 15 Minuten Ruhm nicht für ein ganzes Leben reichen.
Am Tag, an dem mein Großer geboren wurde, hatte Rust seine nächste große, leider negative Schlagzeile. Der halbseitige Aufmacher des Hamburger Abendblatts war seine Messerattacke auf eine junge Frau.
Berühmter als Rust selbst ist sein Flugzeug, das über der Kasse im Eingangsbereich des Berliner Techikmuseums schwebt.

Sturmfreie Bude mit Kalbsleber Berliner Art

Sturmfreie Bude hat gewisse Vorteile, besonders beim Essen. 

Heute gab es die allen Kindern  (zwei eigenen Jungs plus Irgendwann-Vielleicht-mal-Schwiegertochter) zuwidere Kalbsleber. Das Fleisch geholt vom Dorfschlachter, etwas teurer, dafür aber garantiert sehr zart. 

Dazu geschmorte Zwiebeln und Apfelringe. Und Kartoffelpüree von Pfanni. Hat den Vorteil, dass man mit allem gleichzeitig anfängt und alles gleichzeitig fertig ist.

Himmelsgucker mit Sollbruchstelle

Seit Samstag ist unser Kleiner auf Studienfahrt gen England. Für ihn eine Woche London, für Mama und Papa eine Woche sturmfreie Bude. 
Immer mit dem abrupten Ende der Ski-Reise im Februar im Hinterkopf warten wir darauf, dass sich das Kind nicht meldet, weil er Spaß hat und beschäftigt ist. Vielleicht gehört es zu den Prophezeiungen der Geburt, was aus einem Kind einmal wird. Julian wurde wegen der schnellen Geburt schon mit einem Schlüsselbeinbruch geboren und war ein sogenannter Himmelsgucker. 
Von den über 200 Knochen im menschlichen Skelett hat Julian schon vier gebrochen - je einmal jeden Arm und die beiden Schlüsselbeine. Sollte fürs zukünftige Leben reichen. Und er ist ein Himmelsgucker geworden - Ein Kind, das mit Begeisterung durchs Teleskop guckt, ins Planetarium geht und darauf hofft auf den Mars zu fliegen. Und für den ein Studium der Luft- und Raumfahrt ein Traum wäre, wenn es da nicht die irdischen langweiligen Bücher gäbe, in die man seine Nase stecken muss. 
Speziell die …

Requiem für eine Brücke

Mit "Made in Germany" sollte zum Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien minderwertige ausländische, speziell vom Kontinent eingeführte Ware gebrandmarkt werden. Doch mit der steigenden Qualität deutscher Produkte Anfang des 20. Jahrhunderts stieg auch das Vertrauen in "Made in Germany" und wurde zur angesehenen Qualitätsmarke.
Wie haltbar, wie zäh, wie wehrhaft "Made in Germany" sein kann, hat uns gestern der Abriss der alten Lindhorster Brücke über die Autobahn gezeigt. Um 15:00 Uhr wurde die A1 an der Anschlussstelle Hittfeld komplett gesperrt und löste ein immer wieder beliebtes Wochenend-Verkehrschaos aus. 
Dann begannen vier stählerne Meißel und Scheren mit der Zerstörung. Bis weit nach 18:00 Uhr setzte sich der Stahlbeton, der die Fahrbahn getragen hatte zur Wehr, dann brach die erste nördliche Seite zusammen, eine Stunde später hatte der Meißel die südliche Seite abgenagt.
Auffällig war gestern der ausgesprochen gute Zustand des Betons und des St…