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Kassensturz

Was kostet die Welt? ... äh, die Ostsee?

So ungefähr 2.100 €

Zumindest sagen es die aufgehobenen Tickets und Rechnungen von Hotels und Restaurants und die Tickets für Bahnen, Hafenrundfahrten und Leuchtturmbetretungserlaubnissen.


Es fehlen Kleinigkeiten wie eine Kugel Eis in der Waffel oder gebrannte Mandeln am Stand. 
Gab es in allen Läden von Boltenhagen bis Swinemünde

Um die Kosten realistisch zu betrachten, müsste man das teure Geburtstagsarmband, die drei Mützen für den Mann und die Bibberjacke mit den Ankern abrechnen.

Allerdings müsste man fiktiv Hotelkosten für Ostern im Privatquartier ansetzen. 
Nein, das war nicht das Privatquartier


Bezahlt haben wir im Schnitt 85 € pro Nacht im Doppelzimmer mit Frühstück, für die sechs Nächte in einem ziemlich schicken Haus gar nichts, weil das Haus der vielleicht irgendwann mal angeheirateten Verwandtschaft um drei Ecken gehört. 

Sleep well im fremden Bettgestell

Uns haben alle Hotels gut gefallen, wenn auch die Zimmer manchmal recht klein waren. Bei nur einer oder zwei Nächten ist das allerdings nicht so wichtig. 

Ausgesucht hatte ich uns inhabergeführte kleinere Hotels unter 100 €, nur das Dania auf Fehmarn ist etwas größer und kostete 135 €. Ich konnte mich einfach nicht zwischen Burg und Puttgarden entscheiden und so kurz vor Ostern wurde das Angebot jeden Tag kleiner.

Das Nordig in Flensburg-Mürwik ist ein typisches Stadthotel an einer belebten Straße, mit einer Baustelle direkt vor der Haustür. Hier werden wir auf jeden Fall noch mal übernachten, wenn wir mal die Familie in Flensburg nicht nur für ein Mittagessen besuchen wollen.


Das schickste und modernste Zimmer hatte das Hotel Alte Fischereischule in Eckernförde, das größte das Hotel Wikinger auf Usedom.
Wikinger in Zemplin auf Usedom, unser Zimmer ganz oben i 5. Stock

Alte Fischereischule in Eckernförde, die ersten drei Fenster waren unsere

Alle Zimmer hatten den versprochenen Blick aufs Meer, das Hotel Dania aus dem 7. Stock noch dazu die phantastische Sicht auf die Scanline-Fähren und den An- und Abreiseverkehr nach und von Dänemark.


Goodies wie Haarshampoo oder Duschgel gibt es inzwischen in jedem Hotel. Betthupferl gab es zweimal.

Sassnitz grüß mit Kugelschreiber. Der bleib dann aber doch da.



Das Frühstück ist das übliche kontinentale mit Brötchen, Brot und allem, was man oben drauf packen kann. Kaffee kommt überall aus einer normalen Kaffeemaschine, Lattesojamitschaumohnezucker ist für einen Hotelbetrieb zu teuer. In einem Hotel fiel mir auf, dass die Fischsalate mit Majonäse (OMG... die Rechtschreibprüfung kriegt hier keinen Herzkasper, Mayonnaise ^^) vom Vortag waren.
In einem Hotel gab es Schokobrötchen, in einem anderen Milchbrötchen, sonst beherrscht der Billigteigling aus polnischer Bäckereiproduktion für 3 Cent die deutschen Hotelfrühstücksbüffets. Übrigens auch in Hotelketten wie dem Motel One, da sollte man sich keine Illusionen machen. 

Alle Hotels waren mehr oder weniger neu möbliert, eines könnte die Aufarbeitung der qualitativ guten Holzmöbel gebrauchen und wird deshalb im Internet als "abgerockt" bezeichnet. Die Liebe zu ihren Hotel zeigen die Besitzer durch die Deko, es war ja um die Ostereierzeit herum. Nicht jeder ist allerdings ein Deko-Genie. 
Man beachte den Glitzerhasen. 


Hier sind unsere Schlafanzüge und Schmusekissen die Deko. 


Alle Bäder waren groß genug und sauber, in zweien gibt es Duschvorhänge, mit deren untätiger Hilfe man das Bad unter Wasser setzen konnte. Die Handtücher sind immer zu klein. Und man lernt zu schätzen, dass man zu Hause für zwei Leute zwei Toiletten besitzt.

Essen hält Leib und Seele zusammen
... von Würstchenstand bis Nobelrestaurant.
Warnemünde. Das ist eine Rostocker Bratwurst. Das ist wichtig!

Bis auf einmal haben wir überall gut gegessen, egal ob am Wurststand mit Bratwurst vom Fleischer und selbstgemachter Currysauce bis hin zum supertollen Fischteller im Alten Schweden in Wismar. Das billigste Essen war für jeden ein trockenes Brötchen auf die Faust vom Polenmarkt in Swinemünde für insgesamt 3 Zloty, das teuerste eine Essen im Jachthafen von Ribnitz-Damgarten mit Blick auf den Bodden. Das schuckeligste im Speisewagen des Rasenden Roland.


In einem Restaurant hatte der Koch einen so schlechten Tag, dass ich das Essen zurück gehen ließ, das erste Mal in meinem ganzen Leben, soweit ich mich erinnere. Ich hatte Steak und Backkartoffel bestellt, das Steak bitte medium. Es kam kalt und halb roh. Und es kam ein zweites Mal lauwarm und halb roh auf den Tisch. Dafür berechnete man dennoch den ganzen Preis. Den angebotenen Kaffee lehnte ich ab. Und für die Verteidigung des Kochs durch die Kellnerin, dass ich augenscheinlich nicht wüsste, was "medium" bedeutet, gab es dann kein Trinkgeld. Ich glaube auch zum ersten Mal in meinem Leben. 

Ausgegeben haben wir im Schnitt um die 35 € für zwei Personen. Die diversen Aufwärmkaffees und -tees wegen des doofen Wetters kosteten zwischen 4 € auf der Hafenrundfahrt und 7 € im teuren Innenstadtcafé.

"Du kommst hier nicht rein..."
... ohne Ticket.

Für Eintritte, Leuchtturmbesteigungen, Hafenrundfahrten und Fahrten mit den verschiedensten Fahrzeugen haben wir um die 300 € ausgegeben.

Museen wie das Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten, Laboe und Peenemünde sind teuer, aber sehenswert. In Ribnitz habe ich erfahren, dass Omas teure Bernsteinkette leider nur billigstes gemahlenes und gebackenes Pressbernstein ist.


Das Meereszentrum in Fehrmarn  hat als Besonderheit Haie zu bieten. Plus knallbunter Fische wie Nemo und Dorrie. 



Ein großen Anteil an den Gebühren hatte das Abstellen vom Gölfchen. Einzig in Binz am Bahnhof durfte er für 6 Stunden kostenlos mit der Parkscheibe stehen. Ansonsten ist augenscheinlich das Geschäft mit dem Parken das einträglichste mit dem geringsten Aufwand. Wiese platt machen, Automaten hinstellen. Die Touristen zahlen brav. 


Fazit

Uns hat die Reise gut gefallen, bis aufs Wetter, aber das wäre Zuhause ja auch nicht besser gewesen. 
Wir werden noch eine ganze Weile an diesen Urlaub denken, weil wir wirklich viel erlebt und unternommen haben.

Und irgendwie prickt es uns gerade, ob es der Golf bis zum Gardasee schaffen würde. 

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